Offline in Offenbach

Nicht alle Marktberichte können euphorisch sein und für alle, die immer denken "Wie schön, das Hobby zum Beruf gemacht" hier mal die Kehrseite der Medaille:

Der Herbstmarkt Offenbach wurde als Handwerkermarkt beschrieben. Mit kostenlos gestellten Hütten für (Kunst-)handwerker. Nur 50 Euro Strom müssen gezahlt werden.
Mit dem Veranstalter hab ich schon Weihnachtsmärkte gemacht, ich war zufrieden. Alles klappte reibungslos, die Aufsicht war freundlich aber bestimmt und hatte alles im Griff. Also zugegriffen. 10 Tage Markt für 60 Euro Kosten. Was kann da schon schiefgehen. 200 Euro für Automiete und Benzin noch drauf. 20-30 Euro pro Tag für Fahrten und Übernachtung und etwas zu Essen. Super! Bei meinem üblichen Schnitt dachte ich, dass ich nach 2-3 Tagen ein neues Laptop kaufen kann, da das alte abgeraucht ist. Um es gleich vorwegzunehmen: Es wurde während des ganzen Marktes nichts daraus.

Ich kam an und durfte mir meine Hütte aussuchen und hatte sogar Einfluss auf die Wahl meiner Nachbarin, die ich vom Cosday kannte. Alles super. Stromkabel in einen Verteilerkasten gesteckt, der in der Nähe stand. Dem Veranstalter war egal, in welchen. Dann die Deko und den STand aufgebaut.Extra nochmal für 100 Euro Herbstdeko gekauft. Denn wenn der Stand schön wird, darf ich auch auf den WEihnachtsmarkt desselben Veranstalters.

Am nächsten Tag dann die freudige Überraschung: Ich muss einen anderen Verteilerkasten nehmen. Leider ist das Kabel zu kurz und Ersatz schon wieder heimgefahren. Kommentar des Veranstalters: "Lass mich mit sowas in Ruhe. Komm zu mir, wenn Du Ficken gehen willst, dann lad ich Dich in den Puff ein." Und kassierte gleich noche mehr Geld für den Strom als ausgemacht. "Das war ein Buchungsfehler, du bist  ein Bastler und kein Handwerker. Sei froh, dass Du da sein darfst."

Die anwesenden Bastler waren Judith mit wunderbarem Schmuck und Figürchen und ich. Gegenüber war Muggel mit seinen Laubsägearbeiten und ein Stand der neben Lesezeichen reduzierte Kleidung anbot. Aber die Lesezeichen wurden selbst gefertigt.

Am Eingang des Marktes gab es drei Imbissstände und Plastikspielzeug. Dazu Karuselle, Kräuterhändler etc. in der Fußgängerzone.
Dann kam Michael mit seinen Laubsägearbeiten und neben dran reduzierte Kleidung +  Lesezeichen (selbst veredelt). Gegenüber waren Judith und ich.

Dann kam der Glühweintempel und noch eine Grillbude und ein Possmannstand und ein Bierstand und ein Stand für Gartenfiguren und Schachbretter und noch ein Glasstand. Dazu Trampolin etc. Das war es. Handwerker? Holzmuggel, Judith und ich. Und wir wurden beschimpft, dass wir keine richtigen Handwerker seien.

 

Die Musik in der Mitte war extrem laut und unterirdisch schlecht. Wir mussten mit unseren Kunden brüllen. Und wenn wir es leiser haben wollten hieß es lapidar "5 Euro".
Irgendwann hab ich denen den Stecker gezogen und auch nur 5 Euro gesagt, als sie wissen wollten, was ich gemacht habe.

Das Problem war einfach, dass der Marktleiter nicht da war. Die ganze Zeit nicht. Und sein Stellvertreter, so er nüchtern und anwesend war, nur rummotzte und brüllte. Idiotischerweise auch die Mädchen, die am zweiten Samstag auf die Bühne sollten. Sorry, aber seinem Programm gibt man kein Hausverbot.
Vielleicht auch deshalb war die Bühne an 8 von 20 Tagen unbenutzt.
Symptomatisch auch, dass immer wieder Leute da waren, die auf den Veranstalter warteten: Aber selbst beim Abbau war kein Marktleiter da. Nichts.

Aber es waren ja auch kaum noch Händler da. Wie die kleinen Negerlein hat ein Stand nach dem andern abgebaut und es war allen egal. Nur Judith und ich hielten durch bis zum Schluss.
Dass die Öffnungszeiten nicht eingehalten wurden, fiel dann kaum noch ins Gewicht.
Danke für das Zuhören.

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