Ein Rückschlag: Hannover lief richtig schlecht

Auch solche Tage gibt es zwischendurch:

In Hannover hab ich ganze drei Geldbeutel verkauft. Das reicht gerade mal für Standmiete und Fahrtkosten. Und die kann ich beim Finanzamt nicht als Kosten geltend machen, da ich von den Mitfahrgelegenheiten keine Quittung bekommen hab. Doof aber auch.

Der Morgen ging eh nicht so gut los: Ich starte in Hannover den Sonntag gerne mit einem Besuch bei World Coffee, da es dort eine Auswahl der aktuellen Sonntagszeitungen für die Gäste gibt und die Bedienung immer super freundlich ist. Leider sind diesen Sonntag keine Zeitungen geliefert worden.

Entsprechend bin ich früher als gedacht auf das Gelände rausgefahren und fand einen etwas aufgelösten Veranstalter vor. Am Vorabend gab es ein großes Hummpa Konzert und die Finnenfans hatten nichts weggeräumt.

Also hab ich, nett wie ich bin, Jürgen beim Aufräumen und Aufbauen geholfen. Hab ich gern gemacht, ist ja selbstverständlich und ich profitier ja auch davon.

Was ich aber gar nicht leiden kann, wirklich so überhaupt nicht, ist wenn eine Stunde später so eine "Künstlerin" reinkommt. Mir ständig unter die Nase hält wie lange sie schon bei diesem Markt dabei sei und alles viel besser wüsste. Was ist dass denn für ein Argument? Hat der Vater von meinem Nachbar dann mehr Ahnung von Politik? Nur weil er schon seit 30 Jahren die NPD wählt? Diese Tussi hat jedenfalls erst mal alles wieder umgeräumt und auch die Regel "Jeder bekommt einen Tisch" galt für sie nicht. Sie ist ja seit 3 Jahren dabei. Bis Jürgen ein Machtwort sprach.

Dann hat sie meinen und eine Reihe anderer Tische verrückt, immerhin müsste man ja als Händler hinter den Stand können. Der wahre Grund war allerdings, dass sie zusätzliche Kisten und Ständer aufstellen wollte. Der Preis dafür: Alles wurde verrutscht. Einzelne Aussteller mussten in Nebenräume ausweichen und in der Mitte des Raumes wurde eine "Wagenburg" gebaut, mit der Folge, dass vor meinem Stand weniger Platz war. Aber das war in den letzten drei Jahren schon öfter so.

Am meisten geärgert hat mich allerdings ihr Vorwurf an mich, ich sollte doch auch mal mit anpacken und nicht Jürgen und sie alles alleine machen lassen. Es wäre doch auch in meinem Interesse. Wohlgemerkt, nachdem ich schon eine Stunde Tische geschleppt und aufgebaut habe und sie gerade mal zur Tür reingekommen ist und Bewunderung heischend "Hallo!" in den leeren Raum gekrischen hat.

Und deshalb unterscheide ich zwischen Konkurrenz (sie) und "Freundlichen Mitanbietern" (alle anderen).

Und die anderen haben den Tag echt gerettet. Das war ein richtiges Gemeinschaftsgefühl, ich hab mich als willkommen empfunden und einige sehr nette Gespräche geführt. Und wegen dieser anderen Aussteller werde ich das nächste Mal auch sehr gerne wieder kommen.

Mehr ein Kuriosum als ein Ärgernis war die Dame, die das letzte Mal zwei Geldbeutel erworben hat und sie mir jetzt stark deformiert und eindeutig benutzt zurückgeben wollte, da sie doch nicht zu ihr passen.

Ich dachte mir nichts und sagte, ich nehm sie gerne in Kommission zurück und verkauf sie an jemand anderes. Und dann sah ich sie. Eigentlich unverkäuflich. Mal abwarten, ob sie jemand für kleinstes Geld nimmt.

Ach, am besten vergess ich den Tag und freu mich auf Göttingen.

Danke für's Zulesen.

 

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